THEATERNATUR 2016
Herzlich Willkommen im Dickicht des Waldes!

In unserer zweiten Saison auf der Waldbühne Benneckenstein beschäftigen wir uns nach Heim@stadt im letzten Jahr vom 05. bis 14. August 2016 mit dem komplexen Thema WALD in allen seinen möglichen Facetten und Deutungen. Angelehnt an den Titel von Bertolt Brechts frühem Drama „Im Dickicht der Städte“, welches im undurchdringbaren Dschungel des amerikanischen Molochs Chicago des Jahres 1924 spielt und in dem eine Verständigung unter den Bewohnern nicht möglich erscheint–von Liebe ganz zu schweigen–soll das Motto dieser Saison #ImDickichtDesWaldes neue Assoziationsmöglichkeiten mit dem Thema bieten.
Auf wen trifft man im Wald? Wem gehört der Wald? Was bedeutet uns der Wald? Wie sieht das Leben im Wald heute aus?
All diese und mehr sind Fragen die sich u.a. unsere Produktionen in diesem Jahr während der künstlerischen Auseinandersetzung gestellt haben bzw. sich die Akteure auf der Bühne mit Ihnen als Zuschauer zusammen stellen werden.
Dabei bietet sich „DIE RÄUBER“ von Friedrich Schiller wie kaum ein anderes Stück des Theaterkanons für die mitten im Wald gelegene stimmungsvolle Open-Air Bühne so hervorragend an. Die ganz speziellen örtlichen Gegebenheiten der Waldbühne–und damit ihr gesamtes Potenzial im Unterschied zu Theaterhäusern–zu nutzen gelingt mit dieser Stückwahl besonders sinnfällig.
Auch die gesellschaftspolitische Dimension des Stückes ist von zeitloser Relevanz. Die Thematik des „verlorenen Sohnes“ Karl, der seiner Sehnsucht nach Veränderung der Welt folgt und sich zunehmend darin radikalisiert, macht ein spannendes Interpretationsfeld aus.

Unter dem Titel „WILD | WALD | TANZ“ zeigen wir eine Serie von Tanzstücken, die nicht nur zum Thema passen, sondern teilweise eigens für diesen Abend choreografiert werden: Lukas Timulak, etablierter Choreograf mit Wurzeln beim Nederlands Dans Theater in Den Haag wird ein Solo kreieren, das in Benneckenstein zur Uraufführung kommt; die italienische Nachwuchschoreografin Chiara Annunziato entwickelt einen neuen Pas de Deux, den sie zusammen mit einem Partner auch selbst tanzen wird.
Weitere Stücke des Abends reichen vom klassischen Ballett – beispielsweise wird der Blaue Vogel aus Tschaikovskys Dornröschen zu sehen sein, dargeboten von Solisten des Estnischen Nationalballetts – bis hin zur avantgardistischen Choreografie: Dazu gehört beispielsweise das Solo aus „Le Spectre de la Rose“ von Marco Goecke, getanzt von einem Solisten des Balletts Nice Mediterranée.
Ganz besonders freue ich mich auch auf die erste Kooperation mit dem Erfurter Künstlernetzwerk Zughafen, dem u.a. der erfolgreiche Sänger Clueso angehört.
Andreas Welskop und sein künstlerisches Team planen für Sie mit den „WALD | SINN | PHONIE“-Variationen musikalische, performative und interaktive „sinnphonische“ Wanderungen durch die umgrenzenden Wälder um die Waldbühne.

Darüber hinaus können haben wir auch in diesem Sommer wieder Theateraufführungen für Kinder und Jugendliche, Kinovorführungen im NATUR | KINO, Konzerte zwischen Pop und Klassik sowie andere Aktivitäten vorbereitet.

Ich lade Sie nun ganz herzlich ein, mit uns wieder einen reizvollen, spannenden, überraschenden, abwechslungsreichen und vor Allem sonnigen Theatersommer im Oberharz zu verbringen.

Janek Liebetruth
Künstlerischer Leiter